Lektion 5 - Regelfeinheiten

 

Handicapspiele

Im Shogi ist es, wie beim Go aber im Gegensatz zum Schach, verbreitet bei großen Spielstärkeunterschieden mit Vorgabe (Handicap) zu spielen. Der stärkere Spieler nimmt dazu ein Paar Figuren vom Brett. Diese sind aus dem Spiel, keiner bekommt sie also zum Einsetzen in die Hand. Er, man sagt dann auch er hat Weiß, macht den ersten Zug. Normal beginnt Schwarz, aber der erste Zug von Schwarz bestand quasi in der Herausnahme der vorgegebenen Spielsteine.
Welche Steine herausgenommen werden ist nicht beliebig. Es gibt offiziell nur bestimmte Vorgaben. In Europa sind das die folgenden acht: linke Lanze, Läufer, Turm, Turm und linke Lanze, Turm und Läufer (zwei Steine, abgekürzt 2p), Turm mit Läufer und beiden Lanzen (4p), 4p plus rechter Springer (5p rechts) sowie 4p plus beide Springer (6p).

 

Handicap 5p rechts

Unentschieden?

Manchmal kommt es vor, dass keine Seite den gegnerischen König mattsetzen kann. Was dann?

Stellungswiederholung

Kommt viermal die gleiche Stellung auf das Brett mit jeweils dem gleichen Spieler am Zug und auch den gleichen Figuren auf der Hand, dann ist das Spiel unentschieden. In Turnieren wird dann oft mit der verbleibenden Bedenkzeit eine neue Partie gespielt, wobei der Anzugsvorteil gewechselt wird.

Dauerschach

Wird die Stellungswiederholung durch Dauerschach erzwungen, so verliert der schachgebende die Partie – sie ist also nicht unentschieden. Dauerschach ist nämlich nicht gestattet.

Entering Kings

Kommt ein König auf die gegnerische Seite, also in die Beförderungszone seiner Steine, so wird er als entering King bezeichnet. Er ist auf dieser Brettseite nicht mehr so leicht mattzusetzen wie auf der eigenen, da die meisten Steine ja wesentlich besser vorwärts als rückwärts ziehen können.
Sind sich jetzt die beiden Spieler einig, dass die Könige aus diesem Grund nicht mehr mattgesetzt werden können, dann werden die Steine gezählt: König zählt nicht, Turm und Läufer zählen fünf Punkte, alle anderen einen Punkt. Hat ein Spieler weniger als 24 Punkte, so hat er verloren. Andernfalls ist das Spiel unentschieden. Sind sich die Spieler nicht einig, geht die Partie weiter. Sobald dann ein Spieler alle seine Steine in der Beförderungszone hat, kann er die Partie beenden und die Auszählung verlangen.
War die Partie eine Handicappartie, so zählen die vorgegebenen Steine für Weiß, also den Vorgabegeber. In Ludwigshafen haben wir für unsere eigenen Turniere noch die Zusatzregel, das Weiß gewinnt, wenn er auf mindestens 24 Punkte kommt und verliert, wenn er weniger hat. Ein Unentschieden bei Handicap haben wir damit ausgeschlossen. Diese Regelung ist aber nicht allgemeingültig.

Wer beginnt?

Schwarz, bei Handicappartien Weiß. Wie wird aber bestimmt wer was ist? Bei Handicap ist es klar. Sonst nimmt üblicherweise der höherrangige Spieler (im Zweifel der Ältere) fünf Bauern und wirft die (ähnlich wie beim Würfeln) auf oder neben das Brett. Kommen mehr Bauern als Tokins zum Vorschein, bekommt er Schwarz, andernfalls Weiß. Diesen Vorgang nennt man Furigoma. Auch bei Turnieren ist es üblich auf diese Weise über den Anzugsvorteil zu entscheiden und nicht etwa über das Auslosungsprogramm.

 

In unserer letzten Lektion wollen wir jetzt noch über ein paar strategische Grundsätze sprechen. Weiter zu Lektion 6.

Vorher kannst Du Dir in unserem Video das hier Geschriebene noch einmal ausführlich als Film ansehen.

Counter

Shogi ist japanisches Schach.